Der Rollladen hängt schief, der Gurt schnellt beim Loslassen zurück in den Kasten oder reißt beim Hochziehen ganz durch – ein klassischer Fall für einen Gurtwechsel. Die gute Nachricht: Mit ein wenig handwerklichem Geschick, dem richtigen Werkzeug und etwas Geduld lässt sich ein Rollladengurt in vielen Fällen selbst austauschen. Die folgende Anleitung zeigt Ihnen die einzelnen Schritte im Detail, damit Sie einschätzen können, ob Sie es selbst angehen möchten – oder lieber gleich zu uns greifen, weil die Zeit fehlt, der Gurtkasten an ungünstiger Stelle sitzt oder Sie sich den Wechsel schlicht nicht zutrauen. Beides ist völlig in Ordnung, und wir sagen Ihnen ehrlich, was für Ihren Fall die sinnvollere Wahl ist.
Fahren Sie den Rollladen so weit wie möglich nach oben und sichern Sie ihn, damit er beim Öffnen des Kastens nicht unkontrolliert herunterfällt.
Je nach Bauart lässt sich die Abdeckung des Gurtkastens meist ohne Werkzeug oder mit einem Schraubendreher vorsichtig aushebeln oder abnehmen.
Lösen Sie den Rest des alten Gurts von der Wickelwelle und kontrollieren Sie dabei, ob die Feder des Gurtwicklers noch sauber vorgespannt ist.
Führen Sie den neuen Gurt durch die Gurtführung, befestigen Sie ihn auf der Welle und prüfen Sie den kompletten Laufweg mit einem Funktionstest.
Rollladengurte gibt es meist in 14, 15 oder 23 mm Breite – die falsche Breite läuft nicht sauber durch die Gurtführung.
Schraubendreher, ggf. eine Zange, der passende Ersatzgurt sowie etwas Zeit für den ersten Versuch.
Bei gut zugänglichem Kasten meist 30 bis 60 Minuten – bei verbautem Rollladenkasten deutlich länger.
Bei Vorbaukästen ohne Revisionsöffnung, hoch gelegenen Fenstern oder wenn zusätzlich die Mechanik klemmt.
Nicht jede Störung an einem gurtbetätigten Rollladen liegt am Gurt selbst – bevor Sie sich ans Werk machen, lohnt sich eine kurze Unterscheidung.
Klarer Fall für den Gurtwechsel: Der Gurt ist sichtbar durchgescheuert, ausgefranst oder komplett gerissen, oder er schnellt beim Loslassen unkontrolliert in den Kasten zurück, weil er sich von der Wickelwelle gelöst hat.
Wahrscheinlich nicht der Gurt: Sieht der Gurt intakt aus, lässt sich aber nur schwer oder ruckartig bewegen, steckt die Ursache häufiger in der Führungsschiene, in verkanteten Lamellen oder in einer schwergängigen Wickelwelle.
Grenzfall: Ein Gurt, der zwar noch hält, aber an einer Stelle bereits deutlich dünner oder brüchig wirkt, sollte vorsorglich getauscht werden – meist reißt er sonst genau an dieser Schwachstelle, oft zum ungünstigsten Zeitpunkt.
Im Zweifel hilft ein kurzer Blick oder ein Anruf bei uns, bevor Sie unnötig den kompletten Kasten öffnen, obwohl die eigentliche Ursache ganz woanders liegt.
Der Aufbau eines Gurtkastens ist bei den meisten Rollläden ähnlich: Im Inneren sitzt die Wickelwelle mit dem Rollladenpanzer, davor der Gurtwickler – eine gefederte Rolle, auf die der Gurt beim Hochziehen aufgewickelt wird und die beim Herunterlassen die Geschwindigkeit bremst.
Kasten öffnen: Je nach Modell lässt sich die Abdeckung nach oben herausklappen oder muss mit einem Schraubendreher vorsichtig aus der Halterung gehebelt werden. Arbeiten Sie hier ohne Kraft – die meisten Abdeckungen sind nur geklipst.
Alten Gurt entfernen: Der Gurtrest ist entweder mit einem Kloben – einer kleinen Kunststoffklemme – oder direkt verknotet an der Wickelwelle befestigt. Lösen Sie diese Verbindung und ziehen Sie den Rest heraus, ohne dabei die Feder des Gurtwicklers zu entspannen, denn sie steht unter Vorspannung.
Neuen Gurt einfädeln: Führen Sie den neuen Gurt von außen durch die Gurtführung in der Laibung nach innen und befestigen Sie ihn mit einem neuen Kloben oder Knoten auf der Welle, in der vom Hersteller vorgesehenen Wickelrichtung.
Spannen und testen: Ziehen Sie den Rollladen mehrmals vollständig hoch und wieder herunter, damit sich die Gurtspannung einläuft. Prüfen Sie dabei, ob der Gurt sauber in der Führung läuft und nicht seitlich schleift.
Fällt beim Öffnen des Kastens auf, dass die Feder des Gurtwicklers beschädigt ist oder sich die Wickelwelle nur schwergängig dreht, ist das ein Fall für den Fachbetrieb – ein reiner Gurtwechsel reicht dann nicht mehr aus.
Damit beim Wechsel nichts vergessen wird, haben wir die wichtigsten Schritte in einer Checkliste zusammengefasst:

Wer sich an diese Reihenfolge hält, kommt in der Regel ohne böse Überraschungen durch den Wechsel – bei Unsicherheiten helfen wir gern telefonisch weiter oder übernehmen den Wechsel komplett.
Rufen Sie uns an – wir übernehmen den Gurtwechsel fachgerecht und mit dem passenden Material.
Kurze Schilderung genügt, damit wir den passenden Gurttyp direkt mitbringen können.
Wir prüfen, ob wirklich der Gurt die Ursache ist oder noch etwas anderes dazukommt.
Mit passendem Gurtmaterial und korrekt eingestellter Wickelfeder.
Kompletter Laufweg-Test plus Tipps, wie Sie den nächsten Gurtriss möglichst lange hinauszögern.
Rufen Sie uns an, wir schauen uns Ihre Anlage an und übernehmen den Wechsel, wenn Ihnen das lieber ist als Selbermachen.
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